Ausländische Gäste in der Schweiz empfangen: die praktischen Infos, die sie brauchen
Von Rafael, am
Warum solltet ihr euren Gästen praktische Infos geben?
Weil das, was für euch selbstverständlich ist, für jemanden aus Lyon, New York oder Seoul nicht selbstverständlich ist. Die Fragen, die Gastgeber während eines Aufenthalts bekommen, drehen sich selten um die Schweiz im Allgemeinen: Sie drehen sich um das, was überrascht, den Sonntag, den Abfall, den Stecker des Ladegeräts.
Eine Antwort im Voraus erspart euch eine Nachricht um 21 Uhr, einen Gast, der am Sonntagmorgen ratlos herumläuft, oder einen Abfallsack am falschen Ort. Sie zeigt auch, dass ihr die kleinen Unterschiede kennt, die einen Aufenthalt reibungslos machen.
Was sollten Gäste über Läden und den Sonntag wissen?
Dass die meisten Läden sonntags geschlossen sind. Das ist die häufigste Überraschung, vor allem für Gäste, die am Samstagabend ankommen und am nächsten Tag einkaufen wollen.
Die Ausnahmen kennen Einheimische, Gäste viel weniger: Läden in Bahnhöfen und Flughäfen, Tankstellenshops und einige Geschäfte in Tourismusgebieten haben offen. Bäckereien öffnen manchmal am Sonntagmorgen.
- Nennt den nächsten Laden, der sonntags offen hat, mit den Öffnungszeiten.
- Ergänzt eine Bäckerei oder ein Café, das am Sonntagmorgen offen ist.
- Empfehlt Gästen, die gegen Ende der Woche ankommen, am Samstag einzukaufen.
Feiertage unterscheiden sich je nach Kanton
Der 1. August, der Nationalfeiertag, ist überall frei. Ansonsten hat jeder Kanton seine eigenen Feiertage: Der Bettagsmontag ist im Kanton Waadt ein Feiertag, in Zürich nicht. Fällt ein Aufenthalt auf einen lokalen Feiertag, sagt es euren Gästen, die Läden sind dann wie an einem Sonntag geschlossen.
Wie bezahlt man, und gibt man Trinkgeld?
Die Währung ist der Schweizer Franken, und Karten werden fast überall akzeptiert. Manche Geschäfte nehmen Euro, geben das Rückgeld aber in Franken heraus, selten zu einem guten Kurs.
Empfehlt euren Gästen, etwas Bargeld für Alpbeizli, Märkte und Hofläden dabeizuhaben, wo nicht immer mit Karte bezahlt werden kann. Oft schicken eure besten Empfehlungen die Gäste genau dorthin.
Trinkgeld
Der Service ist seit 1974 in den Preisen inbegriffen: Trinkgeld ist nie Pflicht. Den Betrag aufzurunden, wenn der Service gefallen hat, ist üblich, ohne festen Prozentsatz. Sagt es euren amerikanischen Gästen, die 15 oder 20 % gewohnt sind: Sie werden erleichtert sein.
Was solltet ihr in der Unterkunft erklären?
Die vier Dinge, die sich von Land zu Land am stärksten unterscheiden: Abfall, Stecker, Wasser und Ruhezeiten. Ein Satz zu jedem Punkt reicht, solange er am richtigen Ort steht.
Abfall und Recycling
In den meisten Gemeinden gehört der Hauskehricht in offizielle Gebührensäcke oder in Säcke mit einer Gebührenmarke: Ein gewöhnlicher Sack am falschen Ort kann eine Busse nach sich ziehen. PET, Glas, Alu und Papier werden separat gesammelt, und PET-Flaschen nehmen die meisten Supermärkte zurück.
Legt offizielle Säcke in die Unterkunft, sagt, wo und wann man sie hinstellt, und nennt die nächste Sammelstelle für Glas. Das ist eine praktische Adresse wie jede andere.
Stecker
Schweizer Steckdosen (Typ J, 230 Volt) nehmen die kleinen zweipoligen Stecker mit dünnen Stiften, wie bei Handyladegeräten. Die dickeren runden Stecker, die in Frankreich und Deutschland üblich sind, passen nicht, ebenso wenig britische oder amerikanische. Ein oder zwei Adapter in einer Schublade ersparen viel Ärger.
Leitungswasser
Leitungswasser ist trinkbar, und das Wasser aus öffentlichen Brunnen auch, ausser ein Schild sagt etwas anderes. Sagt es: Viele Gäste kaufen ohne Grund Wasser in Flaschen.
Ruhezeiten
Die meisten Hausordnungen verlangen Ruhe in der Nacht, oft ab 22 Uhr, und am Sonntag. Waschmaschine, Bohrmaschine oder laute Musik stören die Nachbarn dann mehr als anderswo. Nennt die Zeiten eures Hauses in einem Satz, ohne eine Hausordnung daraus zu machen.
Was sagt ihr euren Gästen zum Unterwegssein?
Dass der ÖV fast überall hinfährt, auch in die Berge: Viele Gäste brauchen kein Auto. Die SBB-App zeigt die Fahrpläne und verkauft Billette für die meisten Strecken, Busse und Schiffe eingeschlossen.
Wenn eure Region eine Gästekarte hat, ist das die nützlichste Information überhaupt: Eure Gäste fahren oft ab der ersten Nacht gratis mit dem ÖV. Unser Leitfaden zu den Gästekarten in der Schweiz zeigt Regionen und Bedingungen.
Mit dem Auto
Für die Autobahnen braucht es eine Jahresvignette für 40 Franken, ohne Wochen- oder Monatsversion. Es gibt sie als Kleber oder elektronisch, mit dem Kontrollschild verknüpft. Ein in der Schweiz eingelöster Mietwagen hat sie meistens schon; wer mit dem eigenen Auto kommt, muss sie kaufen.
Sagt auch, wo man parkieren kann. In der Blauen Zone braucht es eine Parkscheibe hinter der Windschutzscheibe: Legt eine in die Unterkunft, wenn eure Gäste auf der Strasse parkieren.
Das Handy
Die Schweiz gehört nicht zur Europäischen Union: Je nach Abo zahlen europäische Gäste Roaming-Gebühren. Ein WLAN-Code, den man ab der Ankunft sofort findet, ist umso wichtiger.
Welche Notrufnummern solltet ihr euren Gästen geben?
Die Schweizer Nummern und die 112, die von jedem Telefon aus funktioniert. Hängt sie in der Unterkunft auf und nehmt sie in eure Gästemappe auf: Im Notfall sucht niemand in seinen Nachrichten.
| Nummer | Dienst |
|---|---|
| 112 | Europäische Notrufnummer, von jedem Telefon aus |
| 117 | Polizei |
| 118 | Feuerwehr |
| 144 | Sanität |
| 1414 | Rega, Rettung per Helikopter |
| 145 | Tox Info Suisse, bei Vergiftungen |
Für weniger dringende Fälle nennt die nächste Apotheke. Ausserhalb der Öffnungszeiten übernimmt eine Notfallapotheke, und ihre Adresse hängt meistens an der Tür der anderen Apotheken.
In den Bergen
Die Wege sind farbig markiert: gelb für Wanderwege, weiss-rot-weiss für Bergwanderwege, die gutes Schuhwerk und Trittsicherheit verlangen, weiss-blau-weiss für Alpinwanderwege, die erfahrenen Leuten vorbehalten sind. Empfehlt, vor dem Aufbruch das Wetter bei MeteoSchweiz zu prüfen: In den Bergen ändert es sich schnell.
Wie gebt ihr diese Infos weiter, ohne eure Gäste zu überfordern?
Indem ihr jede Info an den richtigen Ort setzt. Nicht alles muss gleichzeitig kommen: Aus einer Nachricht behält ein Gast drei Dinge, nicht fünfzehn.
- Vor der Ankunft: die Gästekarte, die Vignette bei Anreise mit dem Auto, der sonntags offene Laden bei Ankunft am Wochenende.
- In der Unterkunft: Abfall, Ruhezeiten, Leitungswasser, Adapter. Das ist die Aufgabe der digitalen Gästemappe.
- Auf dem Handy, während des Aufenthalts: die nützlichen Adressen wie Apotheke, Supermarkt und Sammelstelle, mit der Route ab der Unterkunft.
In HerePicks kommen diese Adressen in die Kategorie Praktisches, neben eure Restaurants und Spaziergänge. Der Gast findet sie auf der Karte, mit der Reisezeit ab eurer Unterkunft, und in seiner Sprache: Eure Texte werden automatisch auf Französisch, Englisch, Deutsch und Italienisch übersetzt.
Für die Ankunft selbst zeigt unser Leitfaden zum Self-Check-in, welche Nachricht ihr wann schickt. Und wenn ihr in der Schweiz Gäste empfangt, lest die Seite zur digitalen Gästemappe aus der Schweiz.
Häufige Fragen
Haben Läden in der Schweiz sonntags offen?
Die meisten sind geschlossen. Läden in Bahnhöfen und Flughäfen, Tankstellenshops und einige Geschäfte in Tourismusgebieten haben offen.
Gibt man in der Schweiz Trinkgeld?
Es ist keine Pflicht, der Service ist in den Preisen inbegriffen. Aufzurunden, wenn man zufrieden ist, ist üblich, aber freiwillig.
Welchen Adapter braucht man für Schweizer Steckdosen?
Kleine zweipolige Stecker mit dünnen Stiften passen in Schweizer Steckdosen. Für dickere französische oder deutsche Stecker sowie für britische oder amerikanische braucht es einen Schweizer Adapter (Typ J).
Welche Nummer wählt man im Notfall in der Schweiz?
Die 112 funktioniert von jedem Telefon aus. Die direkten Nummern sind 117 für die Polizei, 118 für die Feuerwehr und 144 für die Sanität.
Braucht man eine Vignette, um in der Schweiz zu fahren?
Auf den Autobahnen ja: eine Jahresvignette für 40 Franken, als Kleber oder elektronisch. Eine Wochen- oder Monatsvignette gibt es nicht.
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